Was gilt heute – und welchen Status hat der Entwurf 2025-12?
Die DKE führt DIN VDE 0100-600:2017-06 weiterhin als aktuelle Normfassung für die Erstprüfung elektrischer Anlagen. Die Prüfung ist nach Fertigstellung einer neuen Anlage sowie nach Erweiterungen oder Änderungen einer bestehenden Anlage durchzuführen. Der Entwurf DIN VDE 0100-600:2025-12 wurde im November 2025 veröffentlicht und hat die Fassung von 2017 noch nicht ersetzt.
DIN Media nennt als offizielle Änderungen aktualisierte normative Verweisungen und einen neuen Anhang I zu wiederkehrenden Prüfungen elektrischer Anlagen in Wohngebäuden. Außerdem wird Abschnitt 6.5 zu wiederkehrenden Prüfungen inhaltlich in die Reihe DIN VDE 0105-100 überführt. Bis eine endgültige Neuausgabe veröffentlicht ist, muss jede fachliche Bewertung sauber zwischen geltender Fassung und Entwurf unterscheiden.
Was der Entwurf für die Prüfdokumentation erkennen lässt
Fachliche Auswertungen des Entwurfs betonen vor allem die Qualität der Nachweisführung: Messwerte sollten nicht hinter pauschalen „Bestanden“-Vermerken verschwinden, sondern Stromkreisen und Prüfschritten eindeutig zugeordnet bleiben. Für einen belastbaren Prüfbericht sollten auch RCD-Werte, Schutzpotenzialausgleich und das verwendete Prüfgerät nachvollziehbar sein. Fotos können als freiwilliger ergänzender Nachweis dienen; eine allgemeine normative Fotopflicht ist öffentlich nicht belegt.
- Einzelmesswerte eindeutig dem jeweiligen Stromkreis und Schutzorgan zuordnen
- Durchgängigkeit, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz und weitere erforderliche Messungen nachvollziehbar festhalten
- RCD-Prüfung mit den für den konkreten Prüfablauf relevanten Messwerten dokumentieren
- Schutzpotenzialausgleich und festgestellte Mängel nachvollziehbar belegen
- Prüfgerät, Typ, Seriennummer und Kalibrierstatus im Bericht festhalten
- Normfassung und Prüfumfang eindeutig benennen
Der Ablauf bleibt: Besichtigen, Erproben, Messen
Der bewährte Dreiklang der Erstprüfung bleibt erhalten. Entscheidend ist, dass nicht nur das Endergebnis, sondern auch Prüfumfang, Messwerte, Bewertung und verantwortliche Person im Prüfbericht zusammengeführt werden.
- Besichtigen: Betriebsmittel, Schutzmaßnahmen, Leiter, Kennzeichnungen, Dokumentation und Ausführung prüfen.
- Erproben: Schutz- und Funktionseinrichtungen entsprechend dem Prüfumfang betätigen und bewerten.
- Messen: die erforderlichen Messungen in fachlich sinnvoller Reihenfolge durchführen und mit ihrem Bezug zum Stromkreis dokumentieren.
- Bewerten und berichten: Ergebnisse, Abweichungen, Mängel, Prüfgerät und verantwortliche Prüfperson eindeutig festhalten.
Einzelmesswerte je Stromkreis – ohne Medienbruch
Mit dem Tabellen-Block von ProtocolHero erhält jeder Stromkreis eine eigene Zeile. Durchgängigkeit, Isolationswiderstand, Schleifenimpedanz, Schutzorgan und RCD-Werte werden in strukturierten Zahlen- und Auswahlfeldern erfasst statt in unübersichtlichem Freitext. Pflichtfelder helfen dabei, vereinbarte Angaben vor der Einreichung vollständig zu erfassen; die fachliche Bewertung bleibt bei der Elektrofachkraft.
- Direkt erfassen: Messwerte auf Smartphone oder Tablet in die vorgesehene Stromkreiszeile eintragen
- Per Foto übernehmen: Messgerät fotografieren und den erkannten Wert vor der Übernahme kontrollieren
- CSV- oder Excel-Datei importieren: Export des Installationstesters hochladen und Messreihen strukturiert zuordnen
- Mit dem Hero Bot arbeiten: Messdatei im Chat bereitstellen und das passende Prüfprotokoll vorbereiten lassen
Der Import reduziert das manuelle Abtippen und damit typische Übertragungsfehler. Unterstützte Dateistrukturen und die Zuordnung sollten vor der Einreichung immer kontrolliert werden – insbesondere bei herstellerspezifischen Exportformaten.
SHA-256-Prüfsumme: Manipulationsnachweis einfach erklärt
Eine Prüfsumme ist der digitale Fingerabdruck einer Datei. ProtocolHero berechnet für die hochgeladene Messdaten-Datei einen SHA-256-Hash und zeigt diesen Fingerabdruck zusammen mit dem Dateinamen im eingereichten PDF. Dieselbe Datei erzeugt immer dieselbe Prüfsumme. Wird auch nur ein Zeichen verändert – etwa aus 1,9 Ω wird 1,2 Ω –, entsteht ein anderer Fingerabdruck.
Bei einer späteren Prüfung kann die digitale Anlage erneut gehasht und mit dem Wert im unveränderlich eingereichten PDF verglichen werden. Stimmen beide Werte überein, ist die bitgenaue Identität der Datei unabhängig überprüfbar. Stimmen sie nicht überein, wurde der Dateiinhalt verändert. Der Hash belegt nicht allein, wer gemessen hat oder ob der Messwert fachlich richtig ist – dafür bleiben Prüferidentität, Signatur, Zeitstempel und Audit-Trail entscheidend.
Revisionssicher eingereicht statt nachträglich überschrieben
ProtocolHero dokumentiert eingereichte Prüfprotokolle revisionssicher: Nach der Einreichung sind Messwerte und Inhalte technisch gegen nachträgliches Überschreiben gesperrt. Die Identität der prüfenden Person und digitale Unterschriften bleiben dem Dokument zugeordnet, während Workflow-Schritte wie Zuweisung, Prüfung, Finalisierung und Signatur im Audit-Trail nachvollziehbar bleiben.
- Unveränderlich eingereichtes Prüfprotokoll als belastbarer Dokumentationsstand
- Audit-Trail für die wesentlichen Schritte im Prüf- und Freigabeprozess
- Verriegelte digitale Unterschrift mit eindeutiger Zuordnung
- SHA-256-Fingerabdruck für Messdateien und Dokumentanhänge
- PDF mit Anlagen-, Prüf- und Nachweisdaten in einem übergebbaren Dokument
Fotos, Prüfgerät und Unterschrift im selben Prüfbericht
Foto-Blöcke dokumentieren definierte Prüfpunkte und Mängel direkt dort, wo sie im Ablauf entstehen. Felder für Prüfgerät, Seriennummer, Kalibrierdatum und verwendete Normfassung lassen sich in der Vorlage vorbereiten. Messgeräte-Rohdaten bleiben als Anlage am Protokoll, erscheinen im PDF mit Dateiname, Download-Verweis und Prüfsumme und müssen nicht getrennt in E-Mail-Postfächern gesucht werden.
Erst- und Wiederholungsprüfung getrennt organisieren
Erstprüfung und wiederkehrende Prüfung verfolgen unterschiedliche Anlässe und normative Bezüge. In ProtocolHero werden sie deshalb als getrennte Vorlagen geführt. Änderungen erfolgen zentral an der jeweiligen Vorlage; neue Prüfungen starten anschließend mit dem aktuellen freigegebenen Aufbau. Der nächste Prüftermin kann entsprechend der festgelegten Prüffrist als Aufgabe oder Kalendereintrag angelegt werden.
So läuft die digitale Erstprüfung in der Praxis
- Vorlage für die Erstprüfung öffnen und Anlagendaten, Netzform, Normfassung und Prüfumfang festlegen.
- Besichtigen, erproben und messen; Werte per Hand, Foto-Erkennung oder Dateiimport den Stromkreisen zuordnen.
- Prüfpunkte fotografieren, Mängel dokumentieren sowie RCD- und Potenzialausgleichsnachweise ergänzen.
- Ergebnisse fachlich bewerten, digital unterschreiben und revisionssicher einreichen.
- PDF samt Anlagen und SHA-256-Prüfsummen übergeben und den nächsten relevanten Prüftermin vormerken.
Checkliste für ein nachvollziehbares Erstprüfungsprotokoll
- Anlage, Auftraggeber, Standort, Netzform und Prüfumfang
- geltende Normfassung und Anlass der Erstprüfung
- Ergebnisse aus Besichtigen, Erproben und Messen
- Einzelmesswerte mit eindeutiger Stromkreis- und Schutzorgan-Zuordnung
- RCD-Prüfung und Schutzpotenzialausgleich entsprechend dem Prüfumfang
- Prüfgerät mit Typ, Seriennummer und Kalibrierstatus
- Mängel, Bewertung und gegebenenfalls vereinbarte Maßnahmen
- Name, Datum und digitale Unterschrift der verantwortlichen Elektrofachkraft
- Messdateien, Fotos und weitere Nachweise als prüfbare Anlagen
Fazit: Heute sauber dokumentieren, auf die nächste Fassung vorbereitet sein
Die Fassung von 2017 bleibt die aktuell geführte Normfassung; der Entwurf 2025-12 darf nicht wie bereits geltendes Recht behandelt werden. Wer Einzelmesswerte, Prüfgerät, Potenzialausgleich, RCD-Prüfung, Fotos und Rohdaten schon heute strukturiert zusammenführt, verbessert jedoch unabhängig vom Entwurfsstatus die Nachvollziehbarkeit. ProtocolHero macht daraus einen durchgängigen, revisionssicheren Prozess – vom Messwertimport bis zum manipulationsnachweisbaren PDF.


